Fassadenbrandgefahren Bremerhavener Hochhäuser

Sachverhalt :

Der Brand eines Londoner Hochhauses mit mehr als 80 Todesopfern im Juni 2017 führt auch in Deutschland zu Diskussionen über die Vor- und Nachteile von Fassadendämmung. Argumente der Energieeffizienz und Klimafreundlich-keit stehen denen der Kosten und Sicherheit entgegen, insbesondere, da der Flammpunkt von erdölbasierendem Polystyrol (Styropor) bei ca 90°C liegt.

Die rasante Brandausbreitungsgeschwindigkeit und die enorme Rauchintensität dieser Dämm-Systeme unterscheiden sich deutlich von anderen Fassadenbränden und stellen nach Auffassung der AfD-Gruppe in der StVV u.U. auch eine große Gefahr für Bremerhaven dar und ist somit für Bremerhaven kritisch zu hinterfragen!

Daß Polystyrol als „schwer entflammbare Dämmung“ eingestuft wird, ist nach dem verheerenden Brand von London für die AfD nicht nachvollziehbar.

 

Aus dem Hochhausbrand in London hat die Stadt Wuppertal Konsequenzen gezogen und das Brandrisiko eines Gebäudes neu bewertet.

Das Wohngebäude in Wuppertal soll eine ähnliche Fassadendämmung haben wie der Londoner Grenfell Tower, der vor zwei Wochen komplett ausbrannte.

Das Hochhaus in Wuppertal hat 86 Wohnungen.

Laut Wuppertals Baudezernenten Frank Meyer seien bei der letzten Brandschau brennbares Isoliermaterial und eine Unterkonstruktion aus Holz festgestellt worden, zudem enge Flure und kurze Balkone. Es gebe keine Brandmeldeanlage in dem Haus. Die Fluchtwege könnten im Fall eines Feuers schnell von Rauch blockiert sein.

Allein in Wuppertal werden noch etwa 70 weitere Gebäude überprüft. 

Auch in Bremerhaven gibt es diverse Hochhäuser wie das Columbus-Center, das Hochhaus am Freigebiet, Hochhäuser in der Deichstraße und weitere in anderen Bereichen der Stadt Bremerhaven, wo fraglich ist, ob es zu ähnlichen Unglücken wie in London kommen kann.

Das die Gefahr offensichtlich ist, zeigt die von der Frankfurter Feuerwehr initiierten freiwilligen Meldeliste für Brände mit Polystyrol-Fassaden: nach Angaben des Feuerwehrverbandes gibt es in Deutschland bisher über 90 Brandfälle mit elf Todesfällen und 124 Verletzten.

 

Die AfD-Gruppe in der StVV fragt den Magistrat nach der Sicherheit der Bremerhavener Hochhäuser wie folgt:

  1. Wie viele Hochhäuser/Gebäude in dem Höhenbereich zwischen 7 und 22m gibt es in Bremerhaven?
  2. Wie viele Hochhäuser ab 22m Giebel-/Scheitelhöhe gibt es in Bremerhaven unter Benennung der Standorte und Anzahl der jeweiligen Wohnungen?
  3. Wie viele der Gebäude unter 1. sind nach Erkenntnissen des Magistrates (z.B. Bau – bzw. Feuerwehrdezernent) mit Polystyrol, Holz oder ähnlichen entflammbaren Materialen gedämmt oder verkleidet?
  4. Wie viele und welche der Gebäude unter 2. sind nach Erkenntnissen des Magistrates (z.B. Bau – bzw. Feuerwehrdezernent) mit Polystyrol, Holz oder ähnlichen entflammbaren Materialen gedämmt oder verkleidet?

Bitte entsprechend der Gebäude mit Dämmung auflisten.

  1. Wie schätzt der Magistrat die Gefährdung der Bremerhavener Bevölkerung durch eine Polystyrol-Dämmung von Gebäuden allgemein und speziell für Gebäude zu 1. und 2. ein?
  2. Wird in Bremerhaven regelmäßig eine Brandschau an Hochhäusern (über 22m) oder Gebäuden (7-22m Höhe) durchgeführt. In welchen Abständen mit welchen Ergebnissen bzgl. der einzelnen Hochhäuser in den letzten 10 Jahren durch wen?
  3. Wie wurde die Brandgefahr durch Fassadendämmungen mit einzelnen Materialien, insbesondere Polystyrol, aber auch weiteren Dämmmaterialien, bisher seitens des Magistrates und der Feuerwehr bewertet und ergeben sich auch dem Unglück in London Änderungen der Bewertungen oder Vorschriften?
  4. Gibt es in den Hochhäusern der Stadt Bremerhaven Brandriegel aus unbrennbaren Material?
  5. Welche Brandschutzsysteme gibt es in den Bremerhavener Hochhäusern? Bitte die jeweiligen Systeme den einzelner Hochhäusern zuordnen.
  6. Sind die Bremerhavener Hochhäuser in Brandsektionen aufgeteilt, die durch Feuerwarnanlagen (ähnlich der von Schiffsbrandschutz-systemen) selbsttätig Feuerschutztüren und Feuerschutzbereiche bei Brand oder Rauchentwicklung abteilen? In welchen Hochhäusern sind solche Systeme installiert?

11. Wurden oder werden die unter 1. und 2. genannten Gebäude seitens des

Magistrates oder anderer zuständiger Behörden seit dem Brand in

London ähnlich des Vorhabens in Wuppertal überprüft?

Wenn nein, warum ist das nicht geschehen?

Wenn ja, zu welchen Ergebnissen ist der Magistrat oder eine zuständige Behörde gekommen?

Müssen danach Änderungen in der (Wärme-)Isolierung von Gebäuden vorgenommen werden. Müssen Häuser wie in Wuppertal evakuiert werden?

12. Ist es in Bremerhaven geplant, daß bewegliche Brandlasten (z.B. Müllcontainer) zukünftig eingehaust werden um ein Überspringen des Brandes auf Fassaden zu verhindern oder ein Brandriegel im Erdgeschoß vorgeschrieben wird?

13. Wie schätzt der Magistrat grundsätzlich, auch neben dem Außenfassadenbrandschutz, die Sicherheit der Hochhäuser in Bremerhaven ein , gibt es Änderungs-/Ergänzungsbedarfe an (welchen) bestimmten Hochhäusern und welche (weiteren) Maßnahmen wird der Magistrat ergreifen, damit es nicht zu Unglücksfällen wie in London kommt?

 

 

Gemäß §38 (1) Satz 3 GOStVV wird die schriftliche Antwort beantragt.

Jürgewitz

AfD-Gruppensprecher