Verehrte Freunde und Bewohner der letzten deutschen Kolonie : Bremerhaven!

Ja, da war sie wieder, die Arroganz der Kolonialherren! Bremen hatte 1827 eine Kolonie gegründet und besitzt diese immer noch, zumindest in Teilen! Das andere Teil, die Stadt Bremerhaven, wird aber offensichtlich immer noch so gesehen und behandelt.

Hier geht es um ein gemeinsames Tourismuskonzept der beiden Städte des Landes Bremen, das aus dem Coronatopf von 1,2 Mrd Euro bezahlt werden sollte. Wird es auch, allerdings nur für die Stadt Bremen – für Bremerhaven ist kein Geld mehr da.

Darum also eine gewisse Aufregung der Bremerhavener Bürgerschaftsabgeordneten in der zugehörigen Debatte am 24.3.22.

Was die  AfD dazu meint führte der Bremerhavener AfD-Abgeordnete Thomas Jürgewitz aus. Da wieder nichts davon in der Lokalpostille stand, hier der Wortlaut seiner Rede:

“Bremerhaven zählt zu den ärmsten, strukturschwächsten Städten in Deutschland,

wichtige Maßnahmen zum Erhalt und der Schaffung neuer Arbeitsplätze, besonders notwendig im 1.Arbeitsmarkt , könnten, müssen angeschoben werden.

Dazu zählt in Bremerhaven zweifelsohne auch der Tourismus!

Aber der Senat, Bremen, läßt Bremerhaven wieder im Regen stehen!

1,2 Mrd € aus dem Corona-Fond wurden schon für alle möglichen schönen,

aber auch oft unnötige Projekte, die oft mit Corona gar nichts zu tun hatten,

meist in Bremen, verballert –

da blieben nur Krümel für die Schwesterstadt, denn natürlich ist hier in Bremen der Tourismus wichtiger als in Bremerhaven,

….weil, weil viel mehr Industrie scheint es ja hier nicht zu geben – außer der Sozialindustrie natürlich!

Zweifel an gerechten Fonds, Zweifel an einer ganzheitlichen Tourismusförderung schreiben die Medien,

Zweifel ob Bremen jemals wirklich hinter dem OTB-Projekt stand, füge ich hinzu,

Zweifel in Bremerhaven seit 1827, ob Bremen immer nur an sich selbst denkt,

obwohl heute ein Großteil der Bremer Wertschöpfung in Bremerhaven,

oder korrekter von Bremerhavener Bürgern, man könnte sie auch Leiharbeitnehmer nennen, erwirtschaftet wird,

denn die meisten Häfen in Bremerhaven sind ja gar nicht in Bremerhaven, sondern gehören der Stadtkommune Bremen – 70 km Weseraufwärts!

Für Bremerhavener ist immer noch, und immer wieder spürbar, daß Bremerhaven offensichtlich die einzig verbliebene Kolonie Deutschlands ist – fast 200 nach der Besitzergreifung durch Bremen.

Will Bremen, dieses Parlament hier, nicht endlich auch diese Kulturgüter, die Häfen, an die Eingeborenen zurückgeben frage ich?

Dann könnte auch Bremerhaven sein eigenes Geld verdienen und sein Tourismuskonzept selbst bezahlen!

Und wo wurden noch einmal die 120Mio-Rücklage für den OTB verbraucht? Jedenfalls nicht für Bremerhaven!

Ja, das Land braucht gleichberechtigte Städte, und darum ist es überfällig, daß

  • die Häfen an das Land übertragen werden,

  • die Hoheitsrechte über das stadtbremische Gebiet an die Stadt BV fällt, und

  • auch Bremenports in die Hände des Landes übergeht.

Soviel heute zu den geraubten Kulturgütern!”