Verehrte Kollegen auf der Lloyd-Werft,  Arbeiter, Bürger und Steuerzahler!

Die Lloyd-Werft in Bremerhaven befindet sich seit Jahrzehnten in einer existenzgefährdenden Situation, die durch die Übernahme der Chinesen von Genting entgegen der anfänglichen Euphorie unserer Lokalpolitiker nicht besser wurde – im Gegenteil!

Seit Februar 2021 heißt es offiziell verkaufen oder bis Ende 2021 schließen! Was nun kam, im Januar 2022, war die Insolvenz – und die Ratlosigkeit der Politik! Nicht einmal vom SPD-Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt, dem Chef der “Hafen-Gang” im Bundestag,  hört man seine ungebetenen Ratschläge

Was macht diese Koalition der Ratlosen nun, 12 Monate nachdem klar war, daß der Lloyd auf der Kippe steht? Eine Resolution als Dringlichkeitsantrag in der Stadtverordnetenversammlung!  Die Bremerhavener Regierungskoalition aus SPD, CDU und FDP in ihrer “Resolution”: “Der Bremer Senat ist in Gänze gefordert. Das Fachressort muß endlich einen aktiven Part in der derzeitigen Situation übernehmen”.

Nach einem Jahr also ist das Problem zum ersten Mal in der Stadtverordnetenversammlung, mit der Aufforderung an den Bremer Senat zu handeln! Wer sitzt im Senat, wer stellt den Hafensenator? Die SPD! 

Dabei war das bereits Thema in der Bürgerschaft im Februar 2021 – nur die eigentlich Betroffenen in Bremerhaven………wachen nun auf! Wahlen stehen im Mai 23 an!

 

Dazu die Rede vom AfD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Jürgewitz, dem als gelerntem Schiffbauer natürlich die Werft besonders am Herzen liegt, in der StVV vom 10.Februar 2022:

 

“Verehrte Kollegen auf der Lloyd-Werft!  Lieber Nils Bothen (Anm. Betriebsratsvorsitzender der Lloyd-Werft).

 

Ich danke zunächst für Deine klaren Darstellungen der Lage zur Werft!

 

Man muß sich schon wundern, daß die Regierungsparteien in Bremerhaven erst jetzt mit einer Resolution kommen, wo es so aussieht , daß die Werft tatsächlich gerettet wird – das sah vor Monaten, selbst vor wenigen Wochen noch ganz anders aus.

Oder liegt es am begonnenen Wahlkampf für Mai 23?

Bereits im Februar 21 war das Thema einer aktuellen Stunde in der Bürgerschaft, ich zitiere einige Sätze aus meiner damaligen Rede, weil dieses noch aktuell ist, ich sagte damals:

“Aber diese Werft hatte einmal 2500 Beschäftigte, heute sind es noch rd 350, die allerdings immer noch hochwertige Arbeit leisten!

Jetzt soll der Lloyd schließen oder verkauft werden!

Und jetzt kommen Sie, der Senat! (Anm. : in der Antwort des Senates in der Fragestunde)

Sie verweisen an Berlin! Glauben Sie allen Erstes, daß die Werft mit ihren 350 Arbeitsplätzen in Berlin ins Gewicht fällt?

Aber gefordert sind Sie hier vor Ort, machen Sie etwas, handeln Sie!

Die Lösung der SPD: nichts, man appelliert – an wen? Wer sitzt in Berlin und Bremen in der Regierung?

Offensichtlich ist die Übernahme der Lloyd-Werft durch den Stahlbauer Rönner ein finanzielles Problem:

der China-Prinz möchte lt Presse seinen Einsatz, 34Mio, wiedersehen,

die Werft hat aber keine Aufträge mehr und soll nur mit einem einstelligen Millionenbetrag bewertet sein,

und nur einen solchen will verständlicherweise Rönner wohl auch bezahlen!

Wie würde Hamburg in einer solchen Situation reagieren?

Nun, es gibt wieder das Beispiel Hapag-Lloyd: als es notwendig wurde, stieg das Land mit einer Beteiligung bei HaLo ein!

Und war nicht auch Bremen schon einmal am Lloyd beteiligt?

Machen Sie es Hamburg nach, verzichten Sie auf Ihre Gender- und Klimaträume, ihre autofreie Innenstadt, investieren Sie in die Wertschöpfung, in Arbeit, in den Arbeiter, in das, was Steuern erwirtschaftet – falls sie überhaupt noch wissen was ich meine!

Investieren Sie in Bremerhaven, in Rönner, und Sie hier in Bremen können weiterhin gut von ihrer Kolonie Bremerhaven leben! 1000 Rönner-Leute finanzieren Sie hier bereits!”

Weiter nun zum heutigen “Dringlichkeitsantrag”:

Man muß sich schon wundern, daß gerade auch die verantwortlichen Parteien in Bremerhaven nicht längst gehandelt haben um die Werft noch vor dem Konkurs von Genting mit Geldern aus dem Coronafond vor dem Untergang zu bewahren.

Bei dem Kauf der Karstadt-Immobilie, aus der Karstadt-Pleite, die mit Corona nichts zutun hatte, war das möglich!

Bei der Lloyd-Werft, wo der Eigner gerade durch Corona in die Knie gezwungen wurde, sonderbarerweise nicht!

Dabei hätte ein relativ geringer Millionenbetrag genügt um die Differenz zwischen dem Verkäufer Genting und dem Käufer Rönner auszugleichen.

Bei einem 90 Mio Coronafond in Brhv, oder gar 1,2 Mrd€ auf Landesebene, hätte das kein Problem sein können – und müssen!

Sie schaffe allein im Dezember 21, angeblich aufgrund von Corona,

mal eben so rund 150 zusätzliche Stellen im Magistrat, und zahlen diese zum größten Teil aus dem Coronafond!

Dafür hätten Sie fast alle Lloyd-Werker übernehmen können!

Man muß sich schon sehr wundern, daß nun mit dieser Resolution der Senat in Bremen, und damit ausgerechnet die SPD-Hafensenatorin, die zudem noch aus Bremerhaven stammt, zum Handeln aufgefordert wird!

Gerade der Hafensenatorin Schilling sollte ihrer SPD Beine machen – längst gemacht haben – wer sonst hat im Bremer Senat zumindest eine moralische Verantwortung für Bremerhaven?

Das Problem des Nichthandelns allein bei der linken Wirtschaftssenatorin abzuladen ist unredlich – auch wenn diese generell aus Sicht der AfD eine Fehlbesetzung ist.

Aber das gilt auch für andere Posteninhaber in Bremen, die noch nicht registriert haben, daß das Problem der Lloyd-Werft gerade deshalb ein Bremer Problem ist, weil diese Werft ja auf stadtbremischem Gebiet, ihrer Kolonie, liegt!

Aber besser spät als zu spät oder gar nicht,

natürlich stimmt die AfD im Interesse der Arbeiter der Lloyd-Werft, und im Interesse der gesamten Stadt Bremerhaven jeder Maßnahme zu, die die Werft retten könnte!”

Da wäre noch der Hinweis, daß die Presse, unsere Nordsee-Prawda, wieder mit keinem Wort die AfD erwähnt hat, obwohl einzig die AfD Lösungsvorschläge aufgezeigt hat  – nicht einmal unser Abstimmungsverhalten wurde dokumentiert!

 

Und abschließend: wenn tatsächlich in den nächsten Tagen oder Wochen (das Insolvenzverfahren läuft noch bis Ende März – danach wäre es definitiv vorbei mit der Lloyd-Werft) die Firma Rönner den Lloyd übernehmen wird – was die AfD ausdrücklich begrüßt – dann hätte dieses schon längst – durch die Politik begleitet – erledigt sein können!

Den Beschäftigten vom Lloyd und ihren Familien wäre unheimlich viel erspart geblieben….hier z.B. mit Corona, nämlich den Geldern, die genau für solche Fälle vorgesehen sind!

 

Wir hatten uns bereits mehrfach zur Situation der Lloyd-Werft geäußert, nachzulesen auf dieser unserer Internetseite unter folgenden Erscheinungsdaten:

25.2.21, 19.11.21, 27.11.21 und 4.12.21!

 

 

 

Thomas Jürgewitz