Die FDP in Bremerhaven möchte einen Platz oder eine Straße nach Hans-Dietrich Genscher benannt haben, demnächst kommt sicherlich auch Walter Scheel dazu.

Manchmal hat es schon mehr als ein Geschmäckle, wenn diese Pünktchenpartei, wie sie mal genannt wurde, immer der AfD eine rechte Gesinnung – also alles Nazis – unterstellt und dabei ihre eigenen Leute vergißt, die genau diese Gesinnung mit Parteibuch in großer Zahl  überproportional zu allen anderen Parteien dokumentiert hatten.

Ob das redlich oder unredlich ist, ob das Bestand haben wird, dazu sprach Thomas Jürgewitz am 1.Dezember 2016 in der Stadtverordnetenversammlung:

 

“Meine Damen und Herren,

Genscherplatz!

die Politik – auch in Bremerhaven – hat Probleme mit Straßennamen von z.B.

Adolf Butenandt, einem Bremerhavener Ehrenbürger (oder schon aberkannt?),

Martin Heidegger,

Richard Wagner,

weil sie im NS-Staat in der Partei waren oder irgendwie in 12 Jahren in diesem Staat gearbeitet haben, oder letztlich wegen einer unterstellten Nähe zum Nationalsozialismus wie bei der Familie Wagner. 

Ich will die Liste an dieser Stelle nicht erweitern, sie wissen alle, was ich meine!

Mich wundert aber immer , warum dieses nur für bestimmte Personen gilt, für andere aber nicht, 

andere wie:

Helmut Schmidt (demWehrmachts-Offizier),

Günter Graß (dem SS-Freiwilligen und Brandt-Anhänger),

Walter Scheel, (1942 NSDAP) der seine Vergangenheit bis 1978 vergessen hatte ,oder wie kürzlich Frau Hintz (SPD),

Josef Ertl,

Rolf Dahlgrün,

Ernst Achenbach

oder eben Genscher!

Gerade FDP-Mitglieder waren deutlich überproportional in der NSDAP, wie die letzten 5 Beispiele benannten.

Genscher kam mit 17 zur NSDAP + meldete sich im Januar 45 freiwillig zur Wehrmacht.

War dieses verwerflich in der damaligen Zeit? Ich meine NEIN!

 

Genscher hat unbestritten seine Verdienste als Außenminister, als Innenminister war er eher blaß und zögerlich, gerade unter der Bedrohung durch den Terrorimuses.

Genscher hatte also Höhen und Tiefen, weiße und schwarze Seiten im Leben – wie viele andere Menschen auch,

heute möchten Sie von der FDP eine Ehrung für seine Verdienste,

aber wird die von Ihnen behauptete öffentliche Meinung über Genscher so bleiben, oder wird es sein wie bei Butenandt + Heidegger ?

Wird es irgendwann Stimmen geben, die ihm diese Ehrung zB wegen der Verbindung zum Nationalsozialismus, wieder aberkennen möchten?

Letztlich wie beim Kaiser, der Kaiserstraße, die jetzt auch Bürgermeister Smith Str heißt, bezeichnenderweise eines bekennenden Antisemiten!

Und wie ist es mit Richart Wagner? Frau Merkel geht ihn gern in BY besuchen, trotz der Nähe der Familie Wagner zum Nationalsozialismus!

Plätze und Straßen von Smith + Wagner bleiben in Bremerhaven , warum eigentlich nicht beim Kaiser?

In Karlruhe zB. gibt es immer noch die Kaiserstr! (Auch wenn diese offensichtlich nach einem anderen umstrittenen Kaiser, Militaristen und Zerstörer Europas benannt wurde : Napoleon)

Quintessenz:

Wenn also die Alte Bürger wieder Kaiserstr. heißen darf, werden wir dem Antrag der FDP zustimmen, weil wir möchten, daß eine einmal benannte Ehrung auch Bestand behält – auch wenn sich der politische Wind dreht!

Um Mißverständnissen vorzubeugen:

Natürlich gilt dieser Grundsatz nicht für verurteilte Verbrecher oder Kriegsverbrechen!

Danke”