Drei Jahre hat Theresa May rumgeeiert, verlorene Zeit für die Briten und Europa! Ein schneller Ausstieg aus der EU hätte gezeigt, wie positiv es sich auf ein Land auswirken kann, nicht in der EU zu sein! Norwegen und die Schweiz sind beste Beispiele!

Ein Blaupause für Deutschland, back to the roots, zur EWG, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft! Gerne mit der Deutschen Mark!

Aber nun kommt für die Briten Boris Johnson ins Spiel, und vor allem unsere “Qualitätsmedien” drehen mal wieder durch! Dazu schreibt in der “Achse des Guten” vom 24.Juli 2019 Wolfram Weimer treffend (in Auszügen):

“Rechter Clown”, “Europas Trump”, “Brexit-Lügner” – die veröffentlichte Meinung über Boris Johnson in Deutschland klingt erstaunlich einmütig, einmütig vernichtend. Insbesondere im links-grünen Milieu wird eine neue mediale Hassfigur aufgebaut für die Schauer-Galerie des rechten Schreckens mit Orban, Salvini, Kaczynski und Trump. Johnson sei als Politiker nationalistisch, kalt-kapitalistisch, islamophob; als Mensch sei er eitel, sprunghaft, selbstherrlich, elitär, unernst – ein übler Kasper, der mit rechtspopulistischen Kampagnen den Brexit herbeigeführt, (…) Fünf Aspekte werden unterschätzt:

Erstens: Johnson ist intelligent und hoch gebildet. Er dürfte der belesenste und am meisten publizierende Regierungschef Europas werden. Elite-Zögling der Eton-Schule, beste Oxford-Universität, Studium der klassischen Altertumswissenschaft, Vorsitzender des legendären Debattierclubs. Johnson ist weiträumig belesen, (…)

ZweitensJohnson verfügt über Humor und Selbstironie – eine erschreckend seltene Begabung unter Politikern.(…) Seine Sprache steckt voll saftiger Metaphern und wenn er damit regelmäßig übers Ziel hinaus schießt, so macht ihn die Freiheit im Denken und Sprechen doch zu einem narrativen Souverän des politischen Betriebes. (…) Gerade weil sein Humor so inkorrekt daherplotzt, wird er im Publikum geliebt und man verzeiht ihm seine offensichtlichen Schwächen deshalb gerne, weil der schärfste Kritiker von Boris Johnson stets Boris Johnson bleibt.

Humor, Selbstironie und Sprachoffenheit wirken dabei wie ein subversives Signal für eine im britischen Publikum gewünschte Widerständigkeit gegen einen allzu glatten Politikbetrieb, (…) Legendär ist sein augenzwinkernd-freches Wahlversprechen: “Wenn Sie die Konservativen wählen, bekommt Ihre Frau größere Brüste und Sie haben bessere Chancen auf einen BMW M3.” (…)

 Johnson meine im Klartext: “Ich kann jeden unglaublichen Mist erzählen und trotzdem Premierminister werden.”

DrittensJohnson ist von seinem Naturell her eigentlich ein weltoffener Liberaler. Er wurde im Mulitkulti-London von 2008 bis 2016 zum beliebten Bürgermeister gewählt und wiedergewählt – (…) In der latent linken Stadt (…) – ganz entgegen der derzeit verbreiteten Klischees –(…)

Viertens:Johnson will einen umfassenden Freihandelsdeal und eine neue, enge Partnerschaft mit Europa. (…) Johnson ist kein ideologischer Europa-Hasser oder dumpfer Nationalist. Er hält die EU nur für dringend reformbedürftig und in ihrem derzeitigen Zuschnitt für undemokratisch, nicht akzeptanzfähig. (…)

Das wiederum ist auch im dringenden Interesse der deutschen Wirtschaft. (…)

FünftensJohnson zivilisiert den Rechtspopulismus. Johnson könnte einem (…) zivilisierten Neo-Konservativismus in ganz Europa einen Weg bahnen. Wenn der Rechtsruck Europas sich nicht in aggressive, mit Ressentiment geladene Nationalideologien (…) entlädt, sondern in einen kulturell gefassten, reflektierten und selbstironischen Konservativismus mündet, wäre viel gewonnen.(…)” 

Welch ein Gegensatz zu Merkel & Co, welch ein Alptraum steht uns jetzt bevor mit Macron’s Röschen?

Wo bleibt der – neue – deutsche Boris?

Der alte, der Becker, ist ja nur Tennisspieler gewesen und heute eine peinliche Figur – ähnlich unseren Politikern in Berlin und Brüssel!

Wir sind gespannt, vor allem auf die Reaktionen “unserer” Medien und “unserer” Volksvertreter bis zum 31.Oktober!

Right or wrong – it’s my country!

Thomas Jürgewitz