Verehrte Kriegsgeneration…..könnte man fast beginnen, denn der Ukrainekrieg des Herrn Putin bestimmt seit über drei Monaten unser Leben.

Und eigentlich gibt es in den Medien hierzu nur ein schwarz-weiß Bild: Putin, Rußland ist schuld!

Aber es gibt abweichende Meinungen, mehr noch, fast 50% der Deutschen sehen die “bedingungslose” Unterstützung der Ukraine, die lt. Flinten-Uschi die Ukraine zum Sieg über Rußland führen soll, kritisch. Unter den Kritikern gibt es auch Prominente, sogar sachkundige! Dazu zählt Gabriele Krone-Schmalz, Wikipedia über die Person:

“Gabriele Krone-Schmalz (* 8. November 1949 in Lam als Gabriele Krone) ist eine deutsche JournalistinPublizistin und Hörbuchsprecherin. Sie war MoskauKorrespondentin und Moderatorin der ARD. Seit Dezember 2000 ist sie Mitglied des Lenkungsausschusses im Petersburger Dialog, seit 2011 Professorin für Fernsehen und Journalistik an der University of Europe for Applied Sciences in Iserlohn.”

Krone-Schmalz gilt aus ausgewiesene Rußlandkennerin und vertritt – vielleicht deshalb – zum Rußland-Ukraine-Konflikt eine andere Position als die Mainstream-Journalisten der nahezu gleichgeschalteten deutschen Medienlandschaft.

Nun war sie kürzlich wieder in Bremerhaven und es gab in der Humboldtschule wieder wie 2017 einen vollen Saal….überwiegend ältere Herrschaften, offensichtlich meist gutsituiert!

Gute Veranstaltung, guter Vortrag, gute Fragerunde – und ohne, daß Frau Krone-S nur einmal aufgrund ihrer Darstellungen zur Situation zwischen den Kriegsparteien “angegangen” wurde. Offensichtlich konnten alle im Saal ihr folgen, auch inhaltlich!

Was fehlte also? Die Presse, die Medien! Entweder waren diese gar nicht erst erschienen, oder sie durften nicht berichten….obwohl die NZ zuvor  kurz auf die Veranstaltung hingewiesen hatte.

Nun, da bis heute, Mittwoch den 1.6.22, dazu nichts in unserer Seestadt-Prawda erschienen ist, habe ich mir erlaubt nachzufragen und den Chefredakteur, Herrn Linne angeschrieben:

Sehr geehrter Herr Linne!

Ich vermisse seit der letzten Woche einen Bericht in “Ihrer” Zeitung über den Vortrag von Frau Krone-Schmalz in der Humboldt-Schule vom 23.5.22  – oder habe ich etwas übersehen?

Dieses erstaunt umso mehr, als dort in dem vollen Saal wohl 400-450 Personen saßen, die meist über 60 Jahre sind und zum Bildungsbürgertum zählen – also die Leute der Generation die “Ihr” Blatt noch lesen!

Wenn Sie sich tatsächlich ein “überparteilich” und “ausgewogen” auf die Fahnen des Verlages schreiben wollen, wäre hier eine, auch gern kritische, Berichterstattung über die vom medialen Mainstream abweichenden Ansichten von Frau Krone-Schmalz eigentlich zwingend gewesen!

Aber offensichtlich geht hier auch bei der NZ die Ausrichtung auf ein staatstragendes Medium munter weiter, das abweichende Meinungen möglichst verhindert, indem gar nicht erst berichtet wird. Eigentlich fast wie in Rußland, oder?

Gerade beim Beispiel Krone-Schmalz sollte bei Ihnen aber das Nachdenken einsetzen, weil eben diese Zuhörer von Krone-Schmalz – noch – Zeitungen lesen! Und ggf hätte es auch eine Anregung für eine Änderung ihrer Bericht-, oder besser Meinungszensur sein können, wenn hier das Bildungsbürgertum der Humboldtschule offensichtlich eine andere Meinung zum Ukrainekrieg hat als Sie das in der NZ täglich vorgeben.

Ich hoffe sehr, daß die NZ den Niedergang der Printpresse überlebt, allerdings sollten Sie dafür etwas tun: “Und an die Leser denken” sagte einst ein Kollege von Ihnen dazu!

BG Thomas Jürgewitz

Ich bin gespannt, ob er antwortet! Wenn Ja, stelle ich dieses dann hier ein.

Und die Antwort kam prompt:

Moin Herr Jürgewitz,

Herr Linne hat mir Ihre Mail zugesandt. Wir hatten am 23. Mai einen großen Vorbericht dazu im Blatt und mit Frau Krone-Schmalz vorab gesprochen und einige Ihrer Positionen dargestellt. Der Bericht war auch gedacht, damit jeder noch die Möglichkeit hat, den Vortrag zu besuchen. Das ist offensichtlich auch gelungen.

Natürlich gehen wir dann nicht noch zum Vortrag und berichten noch einmal. Das würden wir in jedem anderen Fall auch nicht tun.

Daher kann ich Ihre Argumentation nicht nachvollziehen.

Herzlichen Gruß

Tobia Fischer
– Leiterin der Lokalredaktion Bremerhaven –

NORDSEE-ZEITUNG GmbH

Darauf habe ich mir erlaubt wie folgt zu antworten:

Hallo Frau Fischer,

gerade aufgrund des Vorberichtes haben sie eine gewisse Erwartungshaltung bei den Interessenten geweckt: “Heute….will Krone-Schmalz mit Vortrag und Diskussion verdeutlichen, warum….” – da würde es den Leser ggf schon interessieren, ob ihr das gelungen war, und wie das Publikum reagiert hat.

Wären sie also vor Ort gewesen, hätten sie eben festgestellt, daß das Publikum mit der Dame offensichtlich überein stimmte – es gab nicht eine kritische Stimme! Man hätte dann auch berichten können, daß lt einiger Meinungsumfragen die Meinungen zum UK-Krieg im Volk bei Weitem nicht so einheitlich sind wie gerade auch von ihrem Blatt immer wieder dargestellt!

Und daß sie nicht mehr im Nachgang berichten wenn sie, wie Sie hier behaupten, vor der VA berichtet haben, bezweifle ich ernsthaft! Wozu braucht der Leser dann die Zeitung, wenn über Geschehnisse nicht berichtet wird! Sie wissen doch gar nicht was auf der VA passieren wird, passiert ist, ob z.B. Demonstranten vor der Tür waren oder Störer im Saal!

Wenn sie vorab über Sportveranstaltungen berichten….interessieren dann die Ergebnisse, Verläufe, besonderen Ereignisse vor/im Stadion und danach auch nicht?

BG Thomas Jürgewitz