Liebe Eltern, Schüler und Lehrer,

verehrte Leugner der tatsächlichen Verhältnisse an Deutschlands Schulen!

Wir lesen immer wieder, daß sich zumindest in Großstädten der Anteil deutschstämmiger Schüler an vielen Schulen drastisch verringert hat. In einigen Schulen z.B. in Berlins oder Frankfurt sollen schon keine deutschen Schüler mehr in einigen Klassen sein, Tendenz generell: genau in die (falsche) Richtung.

Wie sieht die Situation in Bremerhaven aus? Da darüber weder die Politik noch die Medien aufklären, muß es wohl die AfD machen!

Darum unsere Anfrage mit den Antworten dazu an die verantwortliche Behörde:

 

M i t t e i l u n g N r . MIT- 7/2019   Zur Anfrage nach § 38 GOStVV der Gruppe vom Thema: AF 7/2019   AFD 13.02.2019

„Deutsche Schulkinder als bedrängte Minderheit?“

(AFD) Die AfD-Gruppe fragt den Magistrat nach den Anteilen von Migranten und anderen Gruppen an Bremerhavener Schulen.

Sachverhalt:

Beispielhaft sei genannt, daß in der ostwestfälischen Großstadt Bielefeld über ein Drittel der Einwohner einen Migrationshintergrund haben, unter Kindern und Jugendlichen in Bielefeld beträgt dieser über die Hälfte.

Nicht anders ist es in Hamburg, wo ebenso über ein Drittel der Einwohner einen Einwanderungshintergrund hat, wie eine Auswertung des Statistikamtes Nord von 2017 ergab. Im Bezirk Hamburg-Mitte leben danach 71 Prozent Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit Einwanderungshintergrund. In manchen Stadtteilen beträgt der Anteil ethnisch nichtdeutscher Einwohner über neunzig Prozent.

Beinahe 95.000 Einwohner Hamburgs haben türkische Wurzeln. In Frankfurt/Main hat bereits über die Hälfte der Einwohner (51,2 Prozent) einen Migrationshintergrund – mit stark steigender Tendenz.

Nach einer Untersuchung des Amts für multikulturelle Angelegenheiten beim Magistrat der Stadt, dem „Frankfurter Integrations- und Diversitätsmonitoring“ vom Mai 2017, liegt der Schwerpunkt des Zuwachses an Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit in der Altersgruppe der Kinder unter sechs Jahren. Deren Anteil nahm zwischen 2012 und 2015 um über ein Drittel zu (36,4 Prozent), im Vergleich zu 2010 um 53,3 Prozent. Angesichts dieser exemplarischen Zahlen, vor allem aber der Dynamik der Bevölkerungsverschiebung, scheint es nicht zu weit hergeholt, zu vermuten, daß auf deutsche Schulkinder eine Existenz als bedrängte Minderheit zukommt und daß sich die Lebensumstände deutscher Schüler innerhalb weniger Jahre stark verändern werden.

In diesem Zusammenhang ergeben sich die folgenden Fragen an den Magistrat, um sich ein umfassendes Bild zu dieser Problematik für Bremerhaven machen zu können:

1. Wie hoch ist der Migrantenanteil ohne deutschen Paß an der Bremerhavener Bevölkerung insgesamt in den Jahren 2000, 2010, 2012, 2015-18 gewesen? (Bitte in Kopfzahlen und Prozenten)

2. Wie hoch ist der Migrantenanteil mit deutschen Paß oder Doppelpaß entsprechend zu 1)

3. Wie hoch ist die Zahl der Einbürgerungen in Bremerhaven seit 2000? Aufgegliedert nach Jahren und Nationalitäten? 

4. Wie hoch ist der Anteil der Neugeborenen seit 2000 die mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten haben, obwohl keines der Elternteile einen deutschen Paß besaß? (Anzahl/Jahr)

5. Wie hoch ist der Migrantenanteil ohne deutschen Paß an Bremerhavener Schulen? Bitte bezogen auf alle Bremerhavener Schulen einschließlich der Berufsschulen einzelnt aufführen.

6. Wie hoch ist der Migrantenanteil ohne deutschen Paß an den einzelnen Jahrgangsstufen 1-12 an Bremerhavener Schulen?

7. Wie hoch ist der Migrantenanteil bei den berufsbildenden Schulen im a) Bereich der betrieblichen Ausbildungsberufe (BBIG) b) Bereich der sonstigen Beschulungen der berufsbildenden Schulen?

8. Wie hoch ist der Anteil ausländischer Kinder unter 7 Jahre in Bremerhaven in den Jahren 2000, 2010, 2012 und jeweils 2015-18 gewesen?

Gemäß §38 (1) Satz 3 GOStVV wird die schriftliche Antwort beantragt.

II. Der Magistrat hat am 17.04.2019 beschlossen, auf die obige Anfrage folgende Mitteilung abzugeben: Die Fragestellung suggeriert, dass es in den Schulen und in der Gesellschaft einen grundsätzlichen Gegensatz zwischen Schüler*innen bzw. Einwohner*innen aufgrund unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten gebe. Eine solche Interpretation der dargestellten Zahlen ist nach Auffassung des Magistrats unzulässig, da die Staatsangehörigkeit der Schüler*innen in der Ausgestaltung des Schulalltags allenfalls eine untergeordnete Rolle spielt. Die interkulturelle Kompetenz von pädagogischen Mitarbeiter*innen gerade an Schulstandorten mit überproportionalem Anteil mit Kindern nichtdeutscher Staatsangehörigkeiten stärkt die Gemeinsamkeiten und das Erstarken einer auf Vielfalt und Anerkennung des Individuums basierenden Schulgemeinschaft.

Zu Frage 1):

Jahre Migrantenanteil

2000 8729 Personen/ 7,21 %

2010 9197 Personen/ 8,04%

2012 10738 Personen/ 9,39 %

2015 19063 Personen/15,88 %

2016 19479 Personen/16,44 %

2017 20262 Personen/17,18 %

2018 21878 Personen/18,43 %

Zu Frage 2): Dem Magistrat liegen hierüber keine Zahlen vor.

Zu Frage 3):

Jahre Anzahl Einbürgerungen

2000 302

2001 292

2002 228

2003 164

2004 261

2005 226

2006 238

2007 225 

2008 263

2009 187

2010 160

2011 225

2012 261

2013 237

2014 205

2015 209

2016 198

2017 200

2018 180

Eine Statistik über die Unterteilung der Zahlen an Einbürgerungen nach Nationalitäten wird vom Magistrat nicht geführt

Zu Frage 4): Hierüber führt der Magistrat keine gesonderte Statistik. Die Anzahl der Kinder unter 7 Jahren, hierzu zählen auch Neugeborene, ergibt sich aus der Antwort zu Frage 8

Zu Frage 5):

Schule Anzahl der Schüler*innen ohne deutschen Pass Anteil an der Gesamtzahl der Schüler*innen

Allmersschule 97 46%

Altwulsdorfer Schule 26 10,5%

Amerikanische Schule 16 6%

Astrid-Lindgren-Schule 125 56,5%

Fichteschule 53 47,7%

Friedrich-Ebert-Schule 45 16,9%

Fritz-Husmann-Schule 66 18%

Fritz-Reuter-Schule 46 25,3%

Gaußschule I 18 9,3%

Gaußschule II 129 27,3%

Goetheschule 77 27,8%

Gorch-Fock-Schule 71 25,9%

Heinrich-Heine-Schule 49 9,1%

Humboldtschule 89 41,4%

Johann-Gutenberg-Schule 106 15,9%

Karl-Marx-Schule 52 19,3%

Lloyd Gymnasium S1 124 16,5%

Lloyd Gymnasium GyO 45 9,8%

Lutherschule 139 50,7%

Marktschule 64 24,6%

Oberschule Geestemünde 194 43,9%

Paula-Modersohn-Schule 101 18,6%

Pestalozzischule 125 48,3%

Schule am Ernst-Reuter-Platz 161 39,8%

Neue Oberschule Lehe 81 69,2%

Schule Am Leher Markt 160 29,7%

Surheider Schule 15 8,5%

SZ Carl von Ossietzky – GyO 88 16,4%

SZ Carl von Ossietzky, Oberschule 107 17,4%

SZ Geschwister Scholl – GyO 34 7,4%

Veernschule 46 23,9%

Wilhelm-Raabe-Schule 95 16,6%

Zu Frage 6):

Schulstufe Anzahl der Schüler*innen ohne deutschen Pass Anteil an der Gesamtzahl der Schüler*innen

1    266    25,5%

2    257     24,8%

3    308    29,3%

4   300    29,7%

5   244     22,2%

6   208    20,9%

7   230     23,9%

8   234     19,7%

9    198     22,2%

10   108    17,1%

11   103     10,1%

12    30     6,9%

VK 192    60,3%

Zu Frage 7a): 7,6 %

Zu Frage 7b): 6,8 %

Zu Frage 8):

Jahre Ausländische Kinder unter 7 J.

2000    2760

2010     1992

2012     2044

2015     2273

2016     2320

2017     2340

2018    2382

 

gez. Grantz Oberbürgermeister

 

Nun könnte man diese Antworten kurz folgendermaßen interpretieren, bzw. auswerten:

Der Migrantenanteil an der Bevölkerung in Bremerhaven ist von 2000 auf 2018 von 7,21% auf 18,43% gestiegen – um mehr als 150%!

Ohne die Migranten mit deutschen Paß, also Türken und andere Doppelstaatler zählen in den o.g. Zahlen nicht mit!

Zählen wir die Eingebürgerten seit 2000 mit, kommen 4.261 Personen dazu, somit in 2018 26.139 Personen mit Migrationshintergrund, oder rd 23% der Einwohner, letztlich jeder Vierte! Und das ist noch “schöngerechnet”, es fehlen noch weitere Gruppe, z.B. die als Deutsche geborenen Ausländerkinder (angeblich keine Zahlen zu Frage 4) und die vor 2000 Eingebürgerten.

Wie es mit der Bevölkerungsentwicklung weitergeht ergibt sich auch aus den Schülerzahlen ohne deutschen Paß. Auch wir in Bremerhaven haben schon Schulen mit einem Ausländeranteil von über 50%, in der Spitze 69,2% in der Neuen Oberschule Lehe – wohl für Neudeutsche, wie passend!

Und diese Zahlen sagen nichts über die Kinder an den Schulen mit einem deutschen Paß von Eltern als Migranten mit oder ohne deutschen Paß aus. Insofern sind hier ganz andere Werte zu vermuten….fragen Sie ihre Kinder oder deren Lehrer, Sie werde zumindest “gefühlte” Werte genannt bekommen!

Mit dem feeling ist das dann auch eine Sache wenn man sich die Antworten zu Frage 8 ansieht.

Daran erkennen wir, warum nun in Bremerhaven vier neue Schulen für 230Mio gebaut werden müssen – “für unsere Kinder”, wie die Politiker der Altparteien immer betonen!

Ach ja, warum gab es in Jahr 2000 noch mehr ausländische Kinder als heute? Weil danach diese Kinder durch Gesetzesänderungen schon als Deutsche geboren wurden oder eben ihre Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft geschenkt bekamen. Nun sind es Kinder nur noch mit Migrationshintergrund, und den rechnen unsere Gutmenschen jetzt 200 Jahre und mehr zurück, nach dem Motto, wir sind alle Migranten, wir sind alle Ausländer!

Alle? Nicht ganz! 

Lieber Magistrat, Danke für die Antworten, jetzt wissen wir, wo wir ansetzen müssen!

Wir bleiben dran, versprochen!

Thomas Jürgewitz